Trauma und Migrationsprozess

Immer mehr Flüchtlinge erreichen nach Monaten oder sogar Jahren der Flucht Europa. Sie hoffen auf ein Leben in Sicherheit, ohne politische Verfolgung oder Elend. Unter ihnen befinden sich auch Erwachsene, Jugendliche und Kinder, die – bedingt durch ihre Vorgeschichte – viele persönliche Problemlagen mitbringen. Als Folge ihrer oft chronifizierten und komplexen Traumatisierungen leiden sie unter psychosomatischen Beschwerden, Ängsten, (auto-)aggressivem Verhalten bis zu dissozialem Verhalten.

Sie fühlen sich nach den vielfältigen Verlusterfahrungen und ihren häufig lebensbedrohlichen Erlebnissen oft in einem für sie unverständlichen Zustand gefangen: Es ist für Betroffene eine enorme Entlastung zu erfahren, dass ihre Symptome eine „normale Reaktion auf eine nicht normale Situation“ sind. Im professionellen Kontakt werden Hilflosigkeit und Ohnmacht ausgelöst durch das uns entgegengebrachte Misstrauen. Betroffene haben Angst vor Kontrollverlust – Beziehungsabbrüche erschweren die Etablierung professioneller Beziehungen. Hinzu kommen die sprachlichen Probleme, die die Verständigung erschweren und die kulturellen Besonderheiten, die das gegenseitige Verständnis erschweren.

Wir beschäftigen uns mit den Phasen des Migrationsprozesses, möglichen traumatisierenden Erfahrungen und den psychischen Herausforderungen der Migration und Immigration.

Das Seminar vermittelt ein Verständnis für psychische Prozesse und die resultierenden Beziehungsdynamiken, um damit eigene Handlungsspielräume zu erweitern und adäquate Interventionsstrategien ermöglichen.

  • Einführung in die Psychotraumatologie
  • Phasen der Migration – Krise, Trauma und Auswirkungen auf die Identität 
  • Grundlagen der Traumapädagogik
  • Distanzierungstechniken, Förderung der Selbstkontrolle

Referentin: Dr. Stefanie Kirchhart
Zielgruppe: Fachkräfte der Pädagogik und angrenzender Fachgebiete
Termin: 17. März 2017, 9–16 Uhr
Ort: Haus am Dom, Mainz
Kosten: 120 Euro (inkl. Verpflegung, ohne Unterkunft)

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