„Sein oder Nichtsein“ - Umgang mit Suizidalität bei Jugendlichen

Nach aktuellsten Daten sterben in Deutschland stündlich durchschnittlich 1,13 Personen durch Suizid (statista.com). Während Lebensüberdruss, Suizidgedanken oder auch Suizidversuche in der Kindheit sehr selten vorkommen, nimmt die Häufigkeit ab der Adoleszenz sprunghaft auf Quoten des Erwachsenenalters zu. Neben Suizidgedanken liegt die Rate an Suizidversuchen mit durchschnittlich 500 von 100.000 Personen im Altersbereich zwischen 15–19 Jahren sogar im Vergleich zum gesamten Erwachsenenalter im oberen Bereich (Schmidtke, Sell, Löhr, 2008). Im psychosozialen Helfernetz stellen Gedanken mit unterschiedlichen Graden lebensüberdrüssiger/ suizidaler Ausprägungen häufige Phänomene dar und setzen Helfende oft großer Hilflosigkeit aus. Die Kenntnis von Hintergründen, der Funktionalität und möglichen Strategien zum Umgang mit Jugendlichen erscheint vor diesem Hintergrund besonders wichtig. Ein besonderer Stellenwert sollte dabei auf eigene Kompetenzen und Grenzen des eigenen Handlungsspielraums gelegt werden.

Ziele

  • Vermittlung von Häufigkeit, Entstehungsbedingungen und Funktionalität lebensüberdrüssiger bis suizidaler Gedanken und Handlungen
  • Auseinandersetzung und Entwicklung einer gefestigten Haltung zu Suizidalität
  • Erlernen und praxisbezogenes Üben von Gesprächsführung und Bewältigungsstrategien

Ein besonderer Schwerpunkt liegt dann auf der Funktionalität von suizidalen Gedanken und Handlungen. Über Perspektivwechsel wird die Brücke zur eigenen Auseinandersetzung mit Suizidalität geschlagen, um eine gefestigte eigene Haltung zu entwickeln. Hierbei werden bereits individuelle Grenzen des eigenen Handelns mit Klienten integriert. Ein zweiter Schwerpunkt liegt auf der praxisbezogenen Vermittlung von Gesprächsführungsmethoden mit Bezug auf die Dialektisch-Behaviorale Therapie (DBT) um Handlungsstrategien im Umgang mit Klienten zu entwickeln.

Referent: Florian Hammerle
Zielgruppe: Fachkräfte der Pädagogik und angrenzender Professionen
Termin: 4. Mai 2017, 10–17 Uhr
Ort: Erbacher Hof, Mainz
Kosten: 120 Euro (inkl. Verpflegung, ohne Unterkunft